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Winterpause: vom 22.12.2022 bis 03.01.2023 sind wir nicht erreichbar.



QZ Queere Bildung

Qualitätszirkel Queere Bildung

Am 10.10.2023, 18:00 startet der neu gegründete Qualitätszirkel Queere Bildung als Projekt der dgti e.V. in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Trans* und Diversität.

Der QZ ist offen für pädagogische Fachkräfte und sämtliche Berufsfelder, die an Schulen / im Bildungsbereich tätig sind.
Die Treffen sollen ca. achtwöchig über MS Teams stattfinden.
Das Thema des ersten Treffens lautet: Konzepte und Umsetzung Queerer AGs an Schulen.

Warum ein QZ Queere Bildung?

Für viele queere Kinder und Jugendliche sind pädagogische Einrichtungen schwierige Orte.

Viele t*i*n-Schüler*innen (t*i*n = trans*, inter*, nichtbinär) erleben Diskriminierung und Mobbing aufgrund ihrer Queernes bzw. leben in der Angst um diese, oder sie bleiben unsichtbar und vermeiden ein Coming-out, da Schule und andere pädagogische Einrichtungen nicht als sicherer Ort eingeschätzt werden. Ein selbstbestimmtes diskriminierungsarmes Leben ist für viele t*i*n-Personen (Kinder, Jugendliche und erwachsenes Fachpersonal) häufig undenkbar.

Pädagogische Einrichtungen sollen jedoch ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit in der Gemeinschaft entfalten können und vor Diskriminierung bewahrt werden sollen (siehe Hessisches Schulgesetz).

Die Unsichtbarkeit queerer Lebensrealitäten hängt dabei weniger mit dem Unwillen der pädagogischen Fachkräfte, als vielmehr mit dem fehlenden Wissen um Möglichkeiten und Handlungsstrategien in Bezug auf die Lebensrealität queerer Kinder und Jugendlicher bzw. der nicht (ausreichenden) Umsetzung des Rahmenlehrplans für Sexuelle Bildung als fächerübergreifender Lehrauftrag zusammen. Es besteht vielerorts eine Lücke zwischen dem Wunsch, t*i*n Kindern und Jugendlichen in ihrer Lebenssituation zu unterstützen und ihren Wünschen nach Selbstbestimmung nachzukommen, und dem real vorhandenen Umsetzungsmöglichkeiten.

Im Rahmen des Qualitätszirkels Queere Bildung soll diese Lücke geschlossen werden. Gemeinsam möchten wir uns über aktuelle relevante Themen rund um t*i*n in der Pädagogik austauschen, Wissen vermitteln und voneinander und den bereits bestehenden guten Ideen und Umsetzungen an pädagogischen Einrichtungen lernen.

Ziele sind:

  • die Umstände in denen t*i*n Kinder und Jugendliche lernen, sich entwickeln und outen, zu verbessern,
  • einen Austausch unter Kolleg*innen der pädagogischen Arbeit anzuregen,
  • pädagogische Handlungsstrategien (im Umgang mit Kindern, Schüler*innen, Kollegium und Eltern) zu entwickeln
  • Projektideen anhand von Best-Practice- Beispielen zu entwickeln

Bei jedem der regelmäßig stattfindenden Treffen soll es um ein Thema gehen, zu dem Inhalte vorgestellt und diskutiert werden kann. Dadurch kann sich Mithilfe der Teilnehmenden ein Netzwerk von Akteur*innen der pädagogischen Arbeit formen.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Qualitätszirkel haben, kontaktieren Sie uns gern.
Ansprechperson ist: Judit Grimm (sie), judit.grimm@dgti.org

Die Teilnahme ist kostenlos. Die dgti freut sich über eine Fördermitgliedschaft.


Follow-Up zur Studie Gendergerechte digital barrierefreie Sprache

Im Oktober 2021 berichteten wir auf unserer Seite über die erste repräsentative Studie, die sich mit dem Thema Gendern und digital barrierefreier Sprache beschäftigte. Frau Dr. Koehler widmete sich hier intensiv den Fragen, ist Gendern für Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen möglich und wie steht die Mehrheit der Menschen mit Behinderung grundsätzlich zum Thema Gendern.

Mit dem Blick auf eigene Diskriminierungserfahrungen sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Befragten für das Gendern aus. Der Asterisk wurde als besonders praktikabel letztendlich als Sonderzeichen zum Gendern vorgeschlagen. Mit Blick auf diese Studie hat sich die dgti der Verwendung des Asterisk und damit der Empfehlung angeschlossen, um diskriminierungsarme Sprache so weit wie möglich intersektional und inklusiv zu verwenden.
Jetzt haben sich Dr. Stefanie Koehler und Christina Janssen noch einmal mit einem Follow-Up dem Thema Gendern und Barrierefreiheit auseinandergesetzt. Das Follow-Up nimmt noch einmal eine Einordnung der wichtigsten Studienergebnisse in „gesellschaftspolitische und behindertenrechtliche Zusammenhänge“ vor. In ihrem Fazit kommen sie unter anderem zu folgendem Ergebnis: „…Eine gendersensible digital barrierefreie Sprache gewinnt angesichts gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen zunehmend an Bedeutung. Sprache spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse wider und sollte insbesondere von staatlichen Institutionen reflektiert eingesetzt werden.“

 

Autorinnen:
Dr. STEFANIE KOEHLER, Lehrbeauftragte der Hochschule Koblenz, FB Sozialwissenschaften, mit Schwerpunkt barrierefreie Kommunikation, Wissenschaftliche Leitung am Institut Forschung und Weiterbildung für Deutsche Leichte Sprache
und CHRISTINA JANSSEN (LL.M.) Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Sozial- und Gesundheitsrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung (Prof. Dr. Felix Welti) an der Universität Kassel

 

Hier geht es zur Follow-Up-Studie.

Was allen Personen aus der queeren Community schon immer klar war, wurde jetzt durch die breit angelegte Studie von Frau Dr. Claudia Krell und Kerstin Oldemeier bestätigt. Queer zu sein ist ...